Heimat- und Geschichtsverein Weiskirchen e.V.
Heimat- und Geschichtsverein Weiskirchen e.V.

Am 5. Mai2019 starten wir zum ersten mal einen Tag der offenen Tür ab 11 Uhr. Wir zeigen unsere Arbeit, die ja sonst vielfach im Verborgenen stattfindet. In einem Lichtbildervortrag führt unser stellvertretender Vorsitzender Volker Böres in unsere Arbeit ein. Im kleinen Raum des Museums sind Anschauungstafeln mit Beispielen zu sehen. Die Übersetzungen der Kirchenchroniken und des Gewerberegisters seit 1848 können betrachtet werden. Besuchen Sie uns. Wir bieten  Maibowle und Brezeln an Bei Kaffee und Kuchen kann man über das Gesehene ins Gespräch kommen. Die Ausstellung schließt um 17 Uhr.

 

 

Aktuelles

Jüdisches Leben in Weiskirchen

Im 17. Jahrhundert hören wir erstmals von jüdischen Bürgern in Weiskirchen. Als nach dem 30jährigen Kireg die Einkünfte des Pfarres in einem Pfarrbuch niedergeschrieben wurden heißt es dort;" Ein jeder Schutzjud muss auf das neue Jahr dem Pfarrer 30 Kreuzer zahlen, wie es in dem ganzen Erzstift und Mainzer Kurlanden üblich ist". Gegen Mitte 18. Jahrhunderts tauchen in den Viehhandelsprotokollen im Amt Seligenstadt 2 Juden aus Weiskirchen auf. 1766 wird der Schutzjude Gedalien oder Gedalje in der Kirchenrechnung genannt. 1793 beantragt er in seinem Haus eine Gebetsstube einrichten zu dürfen, da die Zahl 10 der gebetsfähigen Männer vorhanden sei. Dies wurde genehmigt und so kam es, dass das Haus des Schutzjuden schon im ersten Viertel des 19. Jahrhunderts im Brandkataster Weiskirchens als Synagoge geführt wurde. 1821 lebten in Weiskirchen die Schutzjudenfamilein Kalmann Schönberg, Marodäus Meyer, Abraham Schönberg und Aaron Schönberg. Die Aufnahme nach Weiskirchen beantragten Juden aus Heusenstamm, Spachbrücken und sogar aus Altona bei Hamburg. Der reichste Einwohner Weiskirchens war um 1850 der Händler Mendel Meyer. Er war in Groß Steinheim geboren und heiratete eine Tochter der Familie Schönberg. Für seine Aufnahme als vollwertiger Bürger der Gemeinde Weiskirchen verlange der Gemeinderat eine Summe von 1500 Gulden. Als er 1870 starb hatte sein Nachlass einen Wert, der den der Bauern um ein vielfaches überstieg. Allein die Chaise war 500 Mark wert. Zu Beginn des 20. Jahrhunderts lebten in Weiskirchen die jüdischen Familien:

 

Fuld, Hauptstraße 48

Meyer, Hauptstraße 52

Meyer, Hauptstraße 63

Wetterhahn, Hauptstraße 91

Schönberg, Hauptstraße 85

Meyer, Schillerstraße 7

Lilienthal, Falltorstraße 4

Lilienthal, Waldstraße 4

 

Fortsetzung folgt.